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Die Personalverbände der Lufthansa Group senden eine unmissverständliche Botschaft nach Brüssel

Medienmitteilung der AEROPERS-SwissALPA vom 29. Mai 2020

«Zehntausende Jobs in Deutschland, Österreich und der Schweiz stehen auf dem Spiel - Die Personalverbände der Lufthansa Group senden eine unmissverständliche Botschaft nach Brüssel»

Die Diskussionen um die Unterstützung der Lufthansa in Deutschland kommen in die entscheidende Phase und vom Überleben der Lufthansa hängt auch der Fortbestand der Töchter SWISS und Edelweiss in der Schweiz ab. Die Lufthansa kann die von der EU formulierten Bedingungen in der aktuellen Form nicht akzeptieren, da diese die Gesundung des Unternehmens und die Rückzahlung der Kredite gefährden. Die Abgabe von Slots an Low-Cost-Airlines würde auf Kosten des Staates deren intensives Sozialdumping, steigende Scheinselbstständigkeit bei den Mitarbeitern sowie eine massive Aushöhlung von Arbeitsstandards fördern.

Die Rettung der Lufthansa-Group wird derzeit in Brüssel entschieden. Momentan fordert die EU-Kommission, dass die Lufthansa in Frankfurt und München, im Gegenzug zur notwendigen Unterstützung, zahlreiche Slots abgibt. Diese sollen dann von Airlines wie Ryanair und Wizz Air genutzt werden können. «Es ist unsinnig, einerseits die Lufthansa zu unterstützen und von ihr hohe Zinsen und die baldige Rückzahlung der Kredite zu fordern und andererseits das funktionierende Geschäftsmodell der Lufthansa in seinen Grundfesten zu erschüttern», sagt Thomas Steffen, Mediensprecher des Pilotenverbandes AEROPERS. «Die Lufthansa funktionierte in den letzten Jahren so gut dank der ausgeklügelten Wellensysteme auf ihren Hubs, diese wären durch die Abgabe von Slots gefährdet.»

Dass die Slots von Low-Cost-Airlines übernommen werden sollen, die vor allem erfolgreich sind, weil sie intensives Sozialdumping betreiben, wäre für die Angestellten in der Luftfahrtindustrie doppelt bitter. Diese Airlines betreiben eine massive Aushöhlung von Arbeitsstandards und leben davon, dass sie ihre Mitarbeiter zum grossen Teil in einem Modell der Scheinselbstständigkeit beschäftigen. «Einige Airlines aus dem Low-Cost-Bereich haben vor allem deshalb grosse finanzielle Reserven, weil sie jahrelang die Rechte von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern missachtet und ihr Geschäftsrisiko auf die Belegschaft abgewälzt haben», sagt Thomas Steffen weiter. «Die Lufthansa-Group hingegen übernimmt soziale Verantwortung für ihre Belegschaft».

Ganz im Gegensatz zu den zahlreichen Beteuerungen, sie würden keine finanzielle Unterstützung geniessen, haben viele Low-Cost-Airlines immer genau davon stark profitiert. Oft fliegen sie nur Destinationen an, wo sie finanzielle Anreize der entsprechenden Länder oder Flughafenbetreiber erhalten.

Die Forderung der Personalverbände der Lufthansa-Group an die Europäische Kommission ist deshalb klar und deutlich:

Wir erwarten, dass qualitative Kriterien bezüglich Sozial- und Arbeitsstandards der betroffenen Arbeitsplätze in die Entscheidungen auf EU-Ebene einbezogen werden.
Wir fordern die EU-Kommission auf: Setzen Sie unsere Arbeitsplätze nicht aufs Spiel und genehmigen Sie das Rettungspaket für die Lufthansa-Group ohne Auflagen!

Medienanfragen per Telefon sind im Moment aus technischen Gründen nur eingeschränkt möglich. Sollte keine Antwort auf +41 44 816 90 70 erfolgen, melden Sie sich bitte beim AEROPERS-Mediensprecher Thomas Steffen per E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


Kontaktpersonen

  • Thomas Steffen, Vorstandsmitglied, Mediensprecher
  • Henning M. Hoffmann, Geschäftsführer, Mediensprecher

 


Download offener Brief an EU-Kommission