Flugangst?

Stellen Sie sich das einmal vor: Von 200 Fluggästen in einem Airbus 321 reisen – statistisch gesehen – nur gerade 70 frohen Mutes und mit einem guten Gefühl und freuen sich auf das «Erlebnis Flug». Weitere 65 Passagiere sind etwas nervös, haben ein flaues Gefühl im Magen oder hätten die Reise lieber schon hinter sich. Und weitere 65 Passagiere haben echte Flugangst, mit all den unschönen Symptomen: schweissnasse Hände, Herzrasen, flache Atmung, Magen- und Darmkrämpfe, Schwindel, Kopfschmerzen und Übelkeit; generell tritt bei Betroffenen eine allgemeine Panik auf, die den ganzen Körper zu lähmen scheint.

Sollten Sie zu diesen 65 Passagieren gehören, dann nützen Ihnen auch gutgemeinte Statistiken und der Satz, dass das Gefährlichste am Fliegen der Weg zum Flughafen ist, nichts. Jedes Ihnen unbekannte Geräusch wird Sie sofort aufschrecken lassen, jede «verdächtige» Miene eines Cabin Crew Members Ihre Todesängste anfachen.

Das Gute ist, dass es für solche Fluggäste spezielle Seminare gibt, in denen der Umgang mit Flugangst gelernt wird, und Methoden gegen die Angst und zur Entspannung unterrichtet werden. Die meist zweitägigen Seminare bestehen aus einem psychologischen Teil, einem technischen Teil mit Informationen eines Piloten und eines Flight Attendants sowie einer Flugzeugbesichtigung am Boden, einer Vorbereitungsübung, einem echten Flug zu einer europäischen Destination und zurück, sowie einer Nachbereitung und Tips für weitere Flüge. Die Seminare werden von den Absolvent(inn)en meist als sehr hilfreich und effizient beurteilt. Sie kosten ca. 1'200 Franken.


Zehn gute Tipps gegen Flugangst

  1. Befassen Sie sich mit dem Thema Flugangst rechtzeitig vor der Reise. Buchtipp: «Angstfrei fliegen. Das erprobte Step-by-Step-Programm» (Trias Verlag)
  2. Sitzplatz reservieren: Wer sich im Flugzeug eingeengt fühlt, sollte einen Gangplatz reservieren. Merke: Vorne im Flieger sind die Turbulenzen weniger zu spüren, als in den hinteren Reihen.
  3. Stress vermeiden! Versuchen Sie, Stress vor dem Abflug zu vermeiden. Stress erhöht die Angst. Packen Sie rechtzeitig, treffen Sie frühzeitig und ausgeruht am Flughafen ein.
  4. Machen Sie Entspannungsübungen. Atmen Sie tief, ruhig und gleichmässig – durch die Nase einatmen und durch den Mund doppelt so lange ausatmen.
  5. Alkohol und Medikamente: Verzichten Sie auf Alkohol. Falls Sie Beruhigungsmittel einnehmen möchten, sollten Sie dies vorher mit dem Arzt besprechen.
  6. Trinken Sie viel Wasser und bewegen Sie sich ab und zu während des Flugs.
  7. Informieren Sie das Kabinenpersonal schon beim Einsteigen über ihre Flugangst. Das Personal kennt Ihr Problem, da Flugangst sehr verbreitet ist.
  8. Steigern Sie sich nicht in Katastrophengedanken hinein, vertrauen Sie darauf, dass Fliegen sicher ist und dass die Angst nachlässt.
  9. Lenken Sie sich im Flugzeug ab. Lesen Sie, führen Sie ein Gespräch oder denken Sie an die bevorstehende Ferienzeit.
  10. Und wenn es einmal etwas «rüttelt»: Turbulenzen sind zwar unangenehm, aber nicht gefährlich! Flugzeuge sind zum Fliegen gebaut.

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