Geschichte

2015 Der Letter of intent wurde in das neue Vertragskonstrukt GAV2015-AP und GAV-2015-IPG umgesetzt, welche beide mit dem Karriere- und Arbeitsplatzschutz (KAS) eng verbunden sind. Die neuen Verträge wurden mit Wirkung vom 1. April 2015 in Kraft gesetzt. Die Vertragsmisere fand damit vorläufig ein Ende. Es ist dabei allerdings nicht zu vergessen, dass das Management mit diesen Verträgen und den Umständen wie diese zustande kamen, unter kompletter Ausserachtlassung der Sozialpartnerschaft handelte zu dem von ihm gewünschten Abschluss kam. Die Beziehung des Verbandes zum Management wurde dementsprechend so stark belastet, wie selten zuvor.
Es gab in diesem Jahr allerdings auch einen Moment zu feiern – das 70jährige Bestehen der AEROPERS. In diesen 70 Jahren ging der Verband durch viele Höhen und Tiefen und zeigte mehrfach und erfolgreich, warum er nun schon so viele Jahrzehnte besteht und auch weiter bestehen wird.
Nahezu zeitgleich wurde ein Projekt ins Leben gerufen, welches 2016 zu einem historischen Moment führen sollte. Das Projekt Grow.Together, dessen Ziel die Fusion der Verbände AEROPERS, IPG und EPA sein sollte. Die Piloten der Swiss und der Edelweiss sollten unter ein Dach vereint werden, um sich zukunftsfähig aufzustellen und geeint sowie erfolgreich in Verhandlungen mit den verschiedenen Arbeitgebern agieren zu können.
Im September 2015 übernahm Lukas Meyer zunächst ad interim das Amt des Präsidenten von Rolf Odermatt. Der zuvor gewählte Nachfolger, Christian Frauenfelder, konnte das Amt aus gesundheitlichen Gründen leider nicht wahrnehmen.
2014 Dieses Jahr war ein turbulentes Jahr in der Geschichte der AEROPERS. Der vom Vorstand vorgelegte GAV2014, welcher eine Integration der Piloten der Swiss European - heute Swiss Global – als zentralen Bestandteil hatte, wurde von den Mitgliedern mit grosser Mehrheit abgelehnt und damit eine historische Chance ungenutzt gelassen. Der damalige Präsident Markus Grob zog die persönlichen Konsequenzen daraus, übernahm die politische Verantwortung und trat im April von seinem Amt zurück. Auf der diesjährigen Generalversammlung im Juni wurde Rolf Odermatt mit grosser Mehrheit der Mitglieder zum neuen Präsidenten der AEROPERS gewählt. Rolf Odermatt war der Vater des GAV2011, der nach dem Turnaround der Swiss mit diesem Vertrag einen Durchbruch für eine angemessene Salärierung und ein leb- und planbares Sozialleben der Piloten darstellte. In der Folge forcierte das Management der Swiss die Verhandlungen mit der IPG (dem Verband der Swiss European) und einigte sich auf einen neuen GAV2014 Plus. Die Besonderheit dieses Vertrages war die Auslagerung von Teilen der Langstreckenoperation zu den Kollegen der Regionalflotte. Ein politischer Affront gegenüber der AEROPERS der nach intensiven Gesprächen der neuen Verbandsführung mit dem Management in Verhandlungen in einem neuen GAV der AEROPERS mündete. Diese Verhandlungen waren geprägt von Druck und weiteren Drohungen des Managements und führte bis Jahresende zu einem Letter of intent zu einem GAV2015-AP und einem sehr komplexen Vertragskonstrukt.
2013 2013 stand im Fokus unseres Handels das Projekt X, das im Herbst 2012 seinen Anfang nahm. Ziel war die Integration der Kollegen der Swiss European in unseren GAV. Mit der Entstehung eines gemeinsamen Korps sollte der «Geburtsfehler der Swiss» – zwei Firmen, zwei Pilotenkorps – endlich behoben werden. Zudem wäre ein Konstrukt gebildet worden, das die Einflottung der neuen Boeing 777 und der Bombadier CSeries gewährleistet und somit ein grosses Problem der Swiss gelöst hätte. Die dabei generierten Synergieeffekte, die jährlich Einsparungen von mehreren Millionen Franken ergeben, wären vom Management gerne «mitgenommen» worden.
Leider verschob das Management den Fokus des Projekts auf ein reines «Sparpaket». Damit wurde jede Chance auf einen Erfolg des Projekt X' und den daraus entstandenen GAV14 pulverisiert. Dies sollte sich im März 2014 bewahrheiten.
2012

An der 67. Generalversammlung vom 24.05.12 wird Markus Grob als Präsident gewählt.

Der Schwerpunkt des Verbands liegt nicht nur auf der Umsetzung und Einhaltung des neuen GAV. Auch die Anpassung der Strategie und damit verbunden auch der Verbandsorganisation stehen nun im Fokus der Verbandsarbeit.

Im Juni wird das jährliche Strategieseminar des Vorstands stattfinden. Hier werden die Weichen für die Zukunft gestellt.

2009 – 2012

Rolf Odermatt rückt unterjährlich vom Vizepräsidentenamt ins Präsidium nach.
Unter Beihilfe eines externen Strategieberaters erstellt die AEROPERS eine Strategie für die kommenden 24 Monate. Um die Praxistauglichkeit und Realitätsnähe zu prüfen, werden die Mitglieder im Sommer 2009 zu einem Brainstorming zu den Themen FDR, Lohn und Vorsorge sowie Ferien eingeladen. So sollen der Puls und die Bedürfnisse der verschiedenen Interessengruppen ungefiltert ans Licht gebracht und die Strategie so angepasst werden, dass möglichst viele Mitglieder dahinterstehen können. Die Strategie wird im November 2009 den Mitgliedern zum ersten Mal präsentiert und sehr positiv aufgenommen. Kernstück ist die Verhandlung eines neuen GAV, in dem die AEROPERS auf den drei Pfeilern FDR, Lohn/Vorsorge und Ferien/Teilzeit klare Verbesserungen fordert, die sowohl die zukünftigen Bedürfnisse als auch teilweise eine Honorierung der unterentschädigten Höchstleistungen der letzten Jahre repräsentieren soll. Im Korps ist eine klare Solidarisierung spürbar, die Mitgliederzahlen nehmen zu. Nur noch 21 Piloten sind nicht Mitglied bei AEROPERS, was einem Organisationsgrad von 98% entspricht. Den restlichen Piloten ist klar geworden, dass nur eine starke, von solidarischen Mitgliedern getragene AEROPERS fähig ist, im heutigen harten Wirtschaftsumfeld attraktive Arbeitsbedingungen auszuhandeln.

Im Juli wird nach mehr als einjähriger Verhandlung Einigkeit zwischen der AEROPERS und dem Management der SWISS über ein MoU erzielt. In den folgenden Monaten wird auf Basis dieses MoU ein neuer Gesamtarbeitsvertrag (GAV2011) ausgearbeitet, der am 01. November 2011 in Kraft treten soll. Bei der Abstimmung dieses GAV2011 gibt es eine beeindruckende Wahlbeteiligung von 94,2% und die Annahme des Vertrages mit 89,7% Ja Stimmen - ein klares und starkes Ergebnis für den ganzen Verband.

Die grösste Herausforderung war damit zwar bewältigt, es gilt nun aber, den Vertrag auch richtig umzusetzen und einzuhalten. Dies wird in den nächsten Monaten sicherlich ein Schwerpunkt der Arbeit des Vorstands und des ganzen Verbands sein.

2008 – 2009

Roger Reuteler leitet die AEROPERS. Die Anzahl der Mitglieder steigt mit der wachsenden Belegschaft stetig auf rund 850.
Die fünf vakanten Stellen im Vorstand können besetzt werden. Weitere Flugzeuge stossen zur Flotte, weitere Strecken werden aufgenommen, nur wenige aufgrund der sich anbahnenden Weltwirtschaftskrise und der exorbitanten Ölpreise eingestellt. Ein beachtlicher Teil der Piloten steht am Limit von 900 geflogenen Jahresblockstunden an. Der Vorstand kämpft für die Durchsetzung des GAV06, der aufgrund der Wachstumsschmerzen der Swiss zunehmend umgangen wird. Gleichzeitig versucht der Vorstand mit allen Mitteln, das Korps zu einigen und die Mitglieder wieder zu solidarisieren. Die Baustellen und Problempunkte scheinen sich jedoch schneller zu öffnen, als der Vorstand sie bearbeiten kann. Die Arbeitsbelastung steigt derart, dass sich Roger Reuteler von seinem Posten zurückzieht.

2006 – 2008

Als Präsident amtiert Christian Frauenfelder. Es sind rund 750 Aktivmitglieder zu verzeichnen.
Im GAV06 erkauft sich die AEROPERS mit einer Einbusse auf den Löhnen in der Salärskala eine Teilnahme in einem Erfolgsbeteiligungsmodell (EBM).
Die Swiss hat den Turnaround dank des neuen Managements geschafft, ab Herbst 2006 beginnt ein beispielloser Aufbau der Flotte und des Korps. Diverse Flugzeuge der alten Swissair-Kurzstreckenflotte, die nach dem Grounding veräussert wurden, werden zurückgekauft. So wächst die A320-Familie rasant. Gleichzeitig stossen diverse gebrauchte Langstreckenmaschinen der Typen A330 und A340 aus diversen Quellen zur Flotte. Die Rekrutierung läuft am Limit von rund 75 Piloten pro Jahr. Mit der Flottenexpansion einher geht (wieder einmal) ein Bestandesengpass, der zu schweren Problemen bei der Ferienvergabe führt. Ein beachtlicher Teil der Piloten steht am Limit von 900 geflogenen Jahresblockstunden an. Unter vollem Einsatz des Korps wird die Swiss mit schnellstmöglicher Geschwindigkeit vergrössert. Eingestellte Strecken werden wieder aufgenommen. Nach Verlusten bis ins Jahr 2005 wird 2006 erstmals ein Gewinn eingefahren. Im Jahr 2007 und 2008 resultieren Rekordgewinne von über einer halben Milliarde Franken.
Die Mitglieder leiden unter einer Agonie und einer sich anbahnenden Spaltung in diverse Interessengruppen: Die dienstälteren First Officers, die nach gegen 20 Jahren auf der rechten Seite dringend ins Upgrading wollen, verfolgen ganz andere Interessen wie die zurückgekehrten First Officers, die seit dem Grounding bei anderen Fluggesellschaften flogen und – wegen der Senioritätsliste wieder ganz unten angestellt – für ihr Alter und ihre Qualifikation viel zu niedrig entlöhnt sind, oder die älteren Captains, die mit der unglaublichen Produktivität am Dienstende nicht mehr zu Rande kommen. Ein Grossteil des Korps flieht in Teilzeitverträge, was die Bestandesengpässe noch verschlimmert.
Die AEROPERS will nach der halben Laufzeit des GAV06 eine Verbesserung der Löhne, Vorsorge und FDR erreichen. Der GAV08 wird aber vom Korps abgelehnt. Vier Vorstandsmitglieder, unter ihnen der Präsident, treten an der GV2008 zurück, ein Vorstandsmitglied nimmt daraufhin die Wahl nicht an.

2003 – 2006

Christoph Flügel führt die AEROPERS. Die Anzahl der aktiven Mitglieder bleibt bei rund 800.
Die Arbeit steht unter dem Zeichen des Turnarounds. Unter dem ehemaligen Lufthansa- und Deutsche Bahn-Manager Christoph Franz wird die Swiss fitgetrimmt. 2005 übernimmt Lufthansa die Swiss, vorerst zu 49 Prozent direkt und zu 51 Prozent über eine Beteiligungsfirma mit Sitz in der Schweiz. So können wichtige Verkehrsrechte erhalten werden, bis sie neu verhandelt sind.
Die AEROPERS bereitet sich auf ein neues Umfeld vor: die Swiss ist als Kleinpartner im Lufthansakonzern untergebracht, die guten Kontakte zur deutschen Vereinigung Cockpit werden ab jetzt noch enger gepflegt.

2000 – 2003

Als Präsident amtiert Markus Jöhl. Die Anzahl der Aktivmitglieder sinkt aufgrund des Groundings von 1127 auf 827, dafür schnellt die Anzahl der Passivmitglieder von 676 auf 1080. So sind am Ende rund 100 Mitglieder mehr in der Buchhaltung.
Anfangs werden noch «Komfortsorgen» diskutiert. Die Einführung des neuen Planungssystems AdOpt Altitude PBS sorgt für einige Umstellungen und Kopfzerbrechen.
Ab Januar 2001 dann die existenzielle Krise: Das Grounding bahnt sich an und wird am 2. Oktober 2001 Realität. Nach grundlegenden Fragen, wie es beispielsweise als Pilot in der Schweiz weitergehen soll, kommen die erlösenden Zuschüsse des Bundes (ein Notkredit über 450 Mio Franken, danach ein «à fonds perdu» Zustupf von einer Milliarde Franken), der Flugbetrieb geht unter neuem Namen und mit einer neuen Struktur weiter. Nun kämpft die AEROPERS dafür, als Sozialpartner auch in der neuen Landschaft akzeptiert zu werden, was sie schnell schafft. Sie gilt als harter, aber kompetenter und verlässlicher Sozialpartner.
Der Bund als Hauptinvestor fordert harte Sanierungsmassnahmen. Die Lohnkosten müssen um rund 35 Prozent gesenkt werden. Bei den Piloten werden vor allem die Vorsorgeleistungen drastisch reduziert. Die Reduktion der Flottengrösse fordert ihren Tribut: 360 bestens ausgebildete und qualifizierte Kolleginnen und Kollegen scheiden aus der Swiss-Flotte aus.
Trotz heftigster Interventionen seitens der AEROPERS auf allen politischen Ebenen schafft es die unerfahrene und teilweise fehlbesetzte Führungscrew der jungen Airline Swiss zu Beginn, innert kürzester Zeit den grössten Teil der Kapitaldecke von über zwei Milliarden Franken zu vernichten, und ein zweites Grounding droht, wie die AEROPERS schon von Beginn weg vorausgesagt hatte. Durch einen Führungswechsel schafft die Swiss den Turnaround.

1998 – 2000

Christoph Huber führt die Geschicke der AEROPERS als Präsident. Die Mitgliederzahl beträgt ca. 1250.
Im GAV99 werden attraktive Teilzeitmodelle geschaffen, die vor allem von den älteren Mitgliedern rege genutzt werden und die Lebensqualität stark verbessern. Die Bruggissersche Strategie wird zusammen mit Jeff Katz umgesetzt, die Flotte wächst stark, die Karriere beschleunigt sich, und die langgehegten Wünsche erfüllen sich für viele im Korps: junge First Officers kommen schnell auf die Langstrecke, für ältere First Officers rückt das Upgrading zügig näher. Die Verjüngung des Korps durch maximale Einstellungsraten senkt den Druck auf die Löhne.
Die Expansion fordert ihren Tribut: Bestandesprobleme und deshalb Engpässe beim Ferienbezug drücken auf die Moral. Die Firma sucht Auswege in der Einmietung von externen Piloten und wird bei Sabena und – mit viel Aufwand – in Malaysia fündig. Gewünschte Verbesserungen im Bereich wurden schon gar nicht verhandelt, da die Bestandesengpässe keinen Spielraum zuliessen. Dafür konnten dank sehr akkurater Wachstumsprognosen der AEROPERS und dem perfekten Nachweis der finanziellen Auswirkungen eine zweiprozentige Lohnerhöhung erreicht werden.
Aufgrund des EWR-Nichbeitritts werden die Verkehrsmöglichkeiten der Swissair eingeschränkt. Dem versucht die Swissair mit Codeshare-Abkommen entgegenzuwirken. Eine Gratwanderung, die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten, ohne die eigenen Zukunftsaussichten zu schmälern.
Der tragische Verlust der Arbeitskollegen beim Absturz des Fluges SWR111 bei Halifax schlägt sehr auf die Gemüter.

1995 – 1998

Peter Nagl ist Präsident der AEROPERS. Anzahl der Mitglieder: rund 1200.
Die Amtszeit beginnt mit einem Paukenschlag: Der GAV wird von Swissair gekündigt. Psychologischer Kampf, Zermürbungsversuch durch die Swissair, indem Verhandlungen verzögert werden. Ende 1995 erhält der Vorstand von seinen Mitgliedern ein 99-Prozent-Ja zu einer Vollversammlung, was faktisch einem Streik gleichkäme. Dieses Resultat beeindruckt auch die damalige Swissair-Spitze unter VR-Präsident Hannes Götz, und es resultiert ein solider GAV96, der neuerdings an allen wichtigen Punkten Mitbestimmung für die AEROPERS verankert. Das Vertrauen zwischen Verband und Swissair kann nach dem Crash wieder aufgebaut werden.
Der Versuch, ein Konzernpilotenmodell auf die Beine zu stellen, scheitert am Widerstand von Crossair/Moritz Suter.
Das Pensionierungsalter wird von 60 auf 55 reduziert.

1990 – 1995

Als Präsident der AEROPERS amtiert Ernst Scharp. Der Verband zählt rund 1200 Mitglieder.
Die Zeichen stehen auf Sturm: Das Ende der Flight-Engineer-Ära, die drohende Deregulierung des Luftverkehrs, Kostendruck seitens der Geschäftsleitung. Vorwürfe der Swissair, dass man das teuerste und unproduktivste Korps weltweit habe, konnte man dank guter Beziehungen zur IFALPA und anderen Pilotenverbänden mit aktuellen Zahlen widerlegen. Daneben starb nach heftigen Diskussionen das ALCAZAR-Projekt, das die Fluggesellschaften KLM, Austrian, SAS und Swissair in einer Allianz fusioniert hätte, an zu starken nationalen Interessen der beteiligten Länder.

1986 – 1990

Heiner Spörri ist Präsident der AEROPERS, nachdem ihm in einer Kampfwahl der schon pensionierte Edi Brunner (AP-Präsident 1981-1984) unterliegt.
Hauptthemen sind die drohende Auslagerung der Fokker 100-Flotte an die Crossair. (Red: Das Problem wird später vom Management umschifft, indem die Fokker 100 bis 1996 verkauft werden und die Swissair der Crossair den Kauf von BAe Avro RJ «Jumbolino» finanzierte.) Sicherung der Swissair-Arbeitsplätze ist also Priorität Nummer 1! Der Unterwanderungsschutz wird zum ersten Mal im GAV verankert. Es ist den AEROPERS-Mitgliedern allerdings schwierig zu vermitteln, warum man zum Schutz vor Auslagerung der Arbeitsplätze an billigere Konkurrenten wie Crossair oder CTA auch Zugeständnisse in der Produktivität oder monetärer Art machen muss.
Durch ausserordentlich zeitnahe Pressearbeit und eine gute Sprachregelung über die Qualität der Ausbildung und des Trainings der Swissair-Piloten kann die Öffentlichkeit über die Medien gewonnen werden. Die Bedürfnisse der AEROPERS können im neuen GAV aufgrund des medialen und öffentlichen Drucks grossenteils umgesetzt werden.

1984 – 1986

Jürg Schmid leitet die Geschicke der AEROPERS als Präsident.
Er führt das Harvard Konzept bei AEROPERS ein, das ein System und einen Leitfaden für Verhandlungen vorgibt, Jahre bevor die Unternehmensberaterbranche auf dieses Konzept stösst und damit Millionen lukriert.
Die AEROPERS prozessiert gegen die Swissair, weil diese einen B-747-Captain downgraded hat, der im Flug ein (damals) noch nicht existierendes Napping Procedure durchgeführt hatte. Die AEROPERS gewinnt vor Schiedsgericht, der Captain wird rehabilitiert und als positives Resultat kann gemeinsam das Inflight Napping wissenschaftlich begründet eingeführt werden.
Ein Misstrauensvotum über die Fortführung oder Sistierung der Teheran-Operation spaltet das Korps und den AEROPERS-Vorstand. Aufgrund einer faktischen Diskussion und einer Abstimmung kann der Riss jedoch wieder geschlossen werden – man fliegt weiter nach Teheran.

1981 – 1984

Edy Brunner führt die AEROPERS als Präsident.
Die AEROPERS und die Swissair-Gschäftsleitung haben sich sehr entfernt, es herrscht Eiszeit. Die Lohnverhandlungen scheitern.

1977 – 1981

Hano Hürzeler übernimmt erneut die Präsidentschaft und leitet die AEROPERS in einer zweiten Amtszeit.
Dominierende Themen sind die Integration der Balair-Piloten in den GAV der AEROPERS sowie Gespräche über eine mögliche enge Zusammenarbeit mit Austrian Airlines. Die AEROPERS erkämpft sich das Anhörrecht bei Funktionärswahlen, um einen Einfluss auf die Besetzung von Fluglehrer- und Chefpilotenstellen zu erhalten. Und der Versuch, die Piloten schlechter- und die Kabinenchefs besserzustellen, wird unterbunden.
Es werden unter Mitarbeit des fliegerärztlichen Dienstes der Swissair neuzeitliche FDR eingeführt, die die bisher zu wenig berücksichtigten Effekte von Nachtarbeit, Zeitverschiebung, Layover-Zeiten und Freitagen einbeziehen.
Eine senioritätsabhängige Lohnskala wird implementiert.
Der junge First Officer Moritz Suter arbeitet in der Salärkommission der AEROPERS und verteidigt die Ansprüche der First Officers.
Daneben zog die AEROPERS von ihrer gemieteten Wohnung in Glattbrugg in ihren Neubau am Ewigen Wegli 10 in Kloten um.

1974 – 1976

Hans-Rudolf «Jeannot» Amsler leitet das Präsidium der AEROPERS. Der Verband zählt ca. 700 Mitglieder.
Grosse Themen sind die wirtschaftlichen Auswirkungen der Ölkrise, die die USA veranlassen, aus Protektionismus Landerechte ausländischer Fluggesellschaften zu entziehen. Die Swissair muss Nordatlantikflüge streichen, was zu einem Pilotenüberbestand führt. Alle Piloten über 55 sollen entlassen werden. Die AEROPERS erarbeitet mit der Swissair vernünftige Übergangslösungen.
Die FDR werden häufig kritisiert, da sie noch aus der «Propellerzeit» stammen und mit den neuen Belastungen des Jetzeitalters nicht mithalten können.
Die AEROPERSler erkämpfen sich mit einem «Mini-Streik» zwei Prozent Reallohnerhöhung und FDR-Verbesserungen: Exakt nach Ablauf der Duty-Zeit landen sie auf dem nächstgelegenen Flugplatz, und beim leisesten Anflug einer Erkältung melden sich Piloten krank. Der Nervenkrieg geht zu Gunsten der Piloten aus.

1971 – 1973

Hano Hürzeler leitet die AEROPERS als Präsident.
Wegen des schlechten Geschäftsgangs (Wirtschafts-/Ölkrise Anfang der 70er) verzichtete die AEROPERS in einem der Jahre auf Salärforderungen und Teuerungsausgleich. Das Verständnis in der Basis fehlte aber, da die Swissair schon seit Jahren über zu hohe Auslagen klagte und Lohnkürzungen forderte, aber jeweils Ende Jahr gute Zahlen präsentierte.
Der Direktionspräsident Walter Berchtold fordert, dass die Swissair-Piloten im «Europäischen Mittel» bezahlt werden müssten und daher Lohnreduktionen unumgänglich seien. Die Salärkommission der AEROPERS macht sich sofort daran, die Löhne mit denen ausländischer Fluggesellschaften zu vergleichen, worauf die Saläre zementiert oder sogar verbessert werden.
Daneben wird gemeinsam mit der Swissair und den Behörden in Bern der Bereich Security aufgebaut, nachdem im Jahr 1970 der Swissair-Flug SR100 nach Zerqa in Jordanien entführt wurde. Es werden «Tiger» auf Flugzeugen eingesetzt, Cockpitrückwände verstärkt, und Bodychecks bei Passagieren eingeführt.
Der FEROP wird eingeführt: Jedes Mitglied spendet einen Ferientag an die AEROPERS, damit diese ihre Arbeit verrichten kann.

27. Februar 1965 Rauschende 20-Jahr-Feier der AEROPERS im Casino Zürichhorn. Der Ort ist nicht zufällig gewählt worden, standen doch dort die Hangars der Wasserflugzeuge, mit denen Ad Astra im Jahre 1919 ihren Flugbetrieb aufnahm. Nebst einer originellen Einladung (die an die Ehefrauen der Piloten, nicht an die Piloten selbst ging) nahmen klingende Namen am Fest teil, zum Beispiel Alfred Comte (Mitgründer der Ad Astra), Henry Pillichody (der den ersten Auslandflug der Ad Astra pilotierte) sowie Alfred Küenzle, der im Jahr 1930 als Copilot mit Walter Mittelholzer den Kilimandscharo überflog.
Januar 1954

Die AEROPERS-«Rundschau» wird ins Leben gerufen.

April 1948

Gründung des internationalen Pilotenverbandes IFALPA mit AEROPERS als Gründungsmitglied.

27. September 1946

Unterzeichnung des ersten GAV zwischen der Swissair und AEROPERS.

10. November 1945 Die AEROPERS wird gegründet!